Zur Navigation Zum Inhalt

KONTAKT  |  LINKS  |  ARCHIV  |  IMPRESSUM  |  DATENSCHUTZ
 

Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Freizeit- und Breitensport (20.05.2020)

20.05.2020

Stufenweise ist seit dem 7. Mai die Wiederaufnahme des Freizeit- und Breitensports auch im Vereinssport unter Auflagen möglich. Die Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO; s. unten in den für den Sport relevanten Auszügen; ab dem 20. Mai 2020 gültige Fassung), welche laufend neu gefasst wird, bildet jeweils die Rechtsgrundlage dafür. 

 

Vorab
Nachdem der Sportbetrieb von einigen Sportvereinen in und auf vereinseigenen Sportanlagen sowie auf kommunalen Außensportanlagen in den vergangenen rund zehn Tagen schrittweise wieder aufgenommen wurde, gab es für kommunale Schulsporthallen einen Widerspruch zwischen der CoronaSchVO und der Coronabetreuungsverordnung (CoronaBetrVO), welche u.a. den Schulbetrieb regelt. Obwohl man der Auffassung sein konnte, dass Schulsporthallen bereits ab dem 11. Mai von Sportvereinen hätten genutzt werden dürfen, teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW am 12. Mai mit, dass dies nicht zulässig sei. Diese rechtliche Unklarheit führte in vielen NRW-Kommunen zu Unsicherheit hinsichtlich der Öffnung der Sporthallen für Sportvereine. Wir haben uns entschieden, auf eine Klarstellung zu warten, da für uns seit Beginn der Corona-Krise der Grundsatz gilt: Sorgfalt und Gesundheit sowie Handlungssicherheit für unsere ehrenamtlich geführten Sportvereine haben bei allen Entscheidungen Vorrang. Wir möchten unter allen Umständen vermeiden, dass es über den organisierten Sport zu einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen kommt.

Auf Basis der nun erfolgten Klarstellung werden wir schrittweise, da wo unterrichtliche Belange dem nicht entgegenstehen, die Schulsporthallen in Absprache mit den Schulträgern für den Sportvereinsbetrieb unter Auflagen wieder freigeben. An dieser Stelle möchten wir aus einem Schreiben des Landessportbundes NRW vom 20. Mai 2020 zitieren:

"[...] Die o. g. Klarstellung in der CoronaBetrVO ist unverändert keine Garantie dafür, dass (Schulsport-) Hallen auch tatsächlich für den Vereinssport geöffnet werden. Das liegt z. B. daran, dass es nach wie vor weit auseinandergehende Auffassungen dazu gibt, in welchem Umfang und in welcher Frequenz Hygienemaßnahmen durchzuführen sind. Die Entscheidung hierüber obliegt letztlich dem einzelnen Träger.

Wir warnen einerseits vor pauschaler Kritik an etwaigen Nichtöffnungen durch Kommunen, weil die Umsetzung einer verantwortlichen Öffnung von Sportstätten natürlich nicht trivial ist, ebenso wenig wie ein von den Vereinen zu organisierender verantwortlicher Sportbetrieb. [...]"

Die Öffnung von Sportanlagen für den Sportbetrieb unter den derzeitigen, coronabedingten Rahmenbedingungen stellt alle Beteiligten, insbesondere Sportvereine und deren Verantwortliche, vor große Herausforderungen und Umstellungen. Dessen sind wir uns bewusst und daher versuchen wir bestmöglich zu unterstützen und Hilfen zu geben. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der Sportvereine konnten wir bereits die Wiederaufnahme des Sportbetriebs für viele Sportarten ermöglichen, ob in/auf vereinseigenen Sportanlagen oder auf kommunalen Außensportanlagen. Der Mühe und dem Engagement der Ehrenamtlichen in den Sportvereinen gebührt ein großer Respekt. Sie sorgen dafür, dass viele Sportlerinnen und Sportler, darunter viele Kinder, die sich wochenlang nicht im Sportverein bewegen konnten, nun endlich schrittweise wieder gemeinsam trainieren dürfen. Darüber sind wir sehr froh.

Diesen bedachten, sorgfältigen und kooperativen Weg werden gemeinsam mit allen Sportvereinen, die den Sportbetrieb wieder aufnehmen wollen, fortsetzen. Der organisierte Sport ist dann stark, wenn er an einem Strang zieht, wenn in außergewöhnlichen Situationen auch mal die Interessen aller vor die eigenen gestellt werden und wenn er solidarisch miteinander ist. Schon vor den ersten Lockerungen Anfang Mai waren es einzelne Sportfachverbände, die auf Bundes- oder Landesebene eine Individualbehandlung und Lockerung für ihre jeweilige Sportart forderten.Dies war nicht nur aus unserer Sicht, sondern auch aus der Sicht des Landessportbundes NRW und des Deutschen Olympischen Sportbundes sehr kontraproduktiv, während sich diese beiden Organisationen auf Landes- bzw. auf Bundesebene für eine möglichst umfassende, stufenweise und sportartübergreifende Öffnung des Sports einsetzten. Es ist gut, dass wir nun relativ allgemeingültige Regeln in der CoronaSchVO vorfinden und generell alle Sportarten - bis auf wenige Ausnahmen - bereits durchgeführt werden können, sofern sie zunächst noch kontaktlos erfolgen. Wir - damit sind alle beteiligten Sportorganisationen auf allen Ebenen gemeint - sind bisher sehr weit gekommen. Wir werden die Herausforderungen weiterhin meistern und uns dabei weder von anderen beirren noch instrumentalisieren lassen. Uns geht es um Sportlerinnen und Sportler, um Ehrenamtliche und um unsere Sportvereine in Gelsenkirchen. Für sie setzen wir uns jeden Tag ein und geben unser Bestes.

 

Wichtige Hinweise zur CoronaSchVO
Nachfolgende Hinweise stellen zusammengefasst die aus unserer Sicht derzeit wesentlichen Merkmale der CoronaSchVO für den Vereinssport dar:

  • Kein Wettkampfbetrieb
  • Nur kontaktfreier Sport
    (Ausnahmen: Training in NRW-Bundesstützpunkten, Training beim Tanzsport mit einer festen Partnerin/einem festen Partner, bei kontaktgeneigtem Sport mit einer festen Partnerin/einem festen Partner nach Maßgabe des § 1 (2) der CoronaSchVO) 
  • Zum Infektionsschutz geeignete Hygienemaßnahmen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen
  • Keine Nutzung von Dusch-/Wasch-/Umkleideräumen
  • Keine Nutzung von Gesellschafts-/Gemeinschaftsräumen (Ausnahmen: satzungsgemäß rechtlich vorgeschriebene Gremienversammlungen, außerschulische Bildungsangebote/Seminare)
  • Keine Zuschauer (notwendige Begleitung von Kindern unter 14 Jahren durch max. eine erwachsene Person erlaubt)
  • Keine Sportfeste und ähnliche Sportveranstaltungen bis zum 31. August 2020
  • Im Seminarbetrieb mindestens 5 qm Raumfläche pro Teilnehmer*in und max. 100 Teilnehmer*innen in einem Raum.

Für den Betrieb von Fitnessstudios oder ähnliche Einrichtungen ist außerdem die Anlage Hygiene- und Infektionsschutzstandards maßgebend. Die dortigen Hinweise sind auch für Sportangebote in geschlossenen Räumen zu empfehlen (Hinweis für vereinseigene Sportanlagen).

Für die Wiederaufnahme des Sportbetriebs unter Einhaltung der CoronaSchVO ist grundsätzlich keine Genehmigung durch kommunale Behörden erforderlich. Dies gilt insbesondere für Sport in und auf vereinseigenen Sportanlagen sowie im öffentlichen Raum. Dennoch können Kommunen aus unterschiedlichen Gründen weitere Auflagen machen oder Einschränkungen vornehmen, z.B. bei erhöhter Infektionslage. Gelsensport wird weiterhin in Abstimmung mit der Stadt Gelsenkirchen kommunale Sportanlagen für den Sportbetrieb freigeben, sobald die notwendigen Hygieneschutzmaßnahmen gemeinsam mit den Sportvereinen umzusetzen sind. Dies kann aus organisatorischen Gründen für einzelne Sportanlagen oder Teilbereiche von Sportanlagen früher erfolgen, für andere später. 

Grundsätzlich gilt für kommunale Sportanlagen in der Verwaltung von Gelsensport:

Die eigenständige Aufnahme des Sportbetriebs auf und in diesen Sportanlagen ist ohne eine Rücksprache mit Gelsensport und ohne Genehmigung durch Gelsensport nicht gestattet!

 

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um den Sportbetrieb auf/in kommunalen Sportanlagen wieder aufnehmen zu können?

  1. Der Vereinsvorstand, ggf. der Abteilungsvorstand, muss die Einhaltung der CoronaSchVO sowie der von Gelsensport erteilten Auflagen (s.u.) bestätigen.
  2. Der Vereinsvorstand, ggf. der Abteilungsvorstand, muss gegenüber Gelsensport eine/n Corona-Beauftragte/n benennen. Diese Person ist für Gelsensport Ansprechpartner/in für alle Belange rund um das Thema Corona.
  3. Der Vereinsvorstand, ggf. der Abteilungsvorstand, muss ein Nutzungskonzept vorlegen, welches darstellt, wie die CoronaSchVO und die Auflagen von Gelsensport eingehalten und umgesetzt werden. Für Sportvereine, welche umgehend mit dem Sportbetrieb beginnen wollen, gilt eine Nachreichfrist von 5 Tagen.
  4. Für Schulsporthallen muss bei Gelsensport eine Genehmigung des Schulträgers vorliegen. Sollten unterrichtliche Belange entgegenstehen, ist eine Nutzung von Schulsporthallen nicht möglich.

 

Welche Auflagen gibt es von Gelsensport für die Nutzung von kommunalen Sportanlagen?

Die Auflagen mögen auf den ersten Blick sehr umfassend erscheinen. Wir haben diese bewusst sehr detailiert ausformuliert, um weniger Intepretationsspielräume offen zu lassen und da mit den Auflagen aus unserer Sicht die CoronaSchVO eingehalten werden kann. Die Auflagen können bei sich verändernden Rahmenbedingungen laufend angepasst oder ergänzt werden.

 

Wie erfolgt eine Freigabe zur Wiederaufnahme des Sportbetriebs?

Bitte teilen Sie unseren Mitarbeitern Thomas Kinner und Frank Witulski mit, wenn Sie eine Sportanlage wieder nutzen möchten. Sofern die o.g. Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten Sie die Freigabe. Wir bitten um Verständnis dafür, dass bei der Vielzahl an Sporthallen und Sportvereinen eine gewisse Bearbeitungszeit notwendig ist. Außerdem sei nochmals darauf hingewiesen, dass es keine Garantie für die Nutzung einer Schulsporthalle gibt, da dies nur möglich ist, wenn der Schulbetrieb nicht beeinträchtigt wird.

 

 

An dieser Stelle verweisen wir außerdem noch einmal auf die

 

 

Nachfolgend die für den Sport relevanten Auszüge aus der ab dem 20. Mai 2020 gültigen Fassung der CoronaSchVO:

 

Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
(Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO)
In der ab dem 20. Mai 2020 gültigen Fassung

§ 1
Verhaltenspflichten im öffentlichen Raum, Personengruppen

(1) Jede in die Grundregeln des Infektionsschutzes einsichtsfähige Person ist verpflichtet, sich im öffentlichen Raum so zu verhalten, dass sie sich und andere keinen vermeidbaren Infektionsgefahren aussetzt.
(2) Mehrere Personen dürfen im öffentlichen Raum nur zusammentreffen, wenn es sich um
1. Verwandte in gerader Linie, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartnerinnen und Lebenspartner,
2. Personen aus maximal zwei verschiedenen häuslichen Gemeinschaften,
3. die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen,
4. zwingend notwendige Zusammenkünfte aus betreuungsrelevanten Gründen,
handelt. Satz 1 Nummer 1 gilt unabhängig davon, ob die Betroffenen in häuslicher Gemeinschaft
leben; Umgangsrechte sind uneingeschränkt zu beachten.
(3) Andere Ansammlungen und Zusammenkünfte von Personen im öffentlichen Raum sind
bis auf weiteres unzulässig; ausgenommen sind:
[...]
2. die Teilnahme an nach dieser Verordnung zulässigen Veranstaltungen und Versammlungen,
3. zulässige sportliche Betätigungen nach § 9,
[...]

§ 9
Sport

(1) Untersagt sind der nicht-kontaktfreie Sport- und Trainingsbetrieb sowie jeder Wettkampfbetrieb.
(2) Ausgenommen von Absatz 1 sind der Sportunterricht an den Schulen und die Vorbereitung auf oder die Durchführung von schulischen Prüfungen, sportpraktische Übungen im Rahmen von Studiengängen, das Training an den nordrhein-westfälischen Bundesstützpunkten sowie das Training von Berufssportlern auf und in den von ihrem Arbeitgeber bereitgestellten Trainingseinrichtungen.
(3) Abweichend von Absatz 1 ist der Betrieb von Tanzschulen zulässig, soweit sich die nichtkontaktfreie Ausübung auf einen festen Tanzpartner beschränkt und im Übrigen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Personen gewährleistet ist.
(4) Beim kontaktfreien Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport auf und in öffentlichen oder privaten Sportanlagen sowie im öffentlichen Raum sind geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zum Infektionsschutz, zur Steuerung des Zutritts und zur Gewährleistung eines Abstands von mindestens 1,5 Metern zwischen Personen, die nicht zu den in § 1 Absatz 2 genannten Gruppen (Familien, zwei häusliche Gemeinschaften usw.) gehören, sicherzustellen. Die Nutzung von Dusch- und Waschräumen (ausgenommen Toiletten), Umkleide-, Gesellschafts-
und sonstigen Gemeinschaftsräumen sowie das Betreten der Sportanlage durch Zuschauer sind bis auf weiteres untersagt; bei Kindern bis 14 Jahren ist das Betreten der Sportanlage durch jeweils eine erwachsene Begleitperson zulässig.
(5) Beim Betrieb von Fitnessstudios sind die in der Anlage zu dieser Verordnung festgelegten Hygiene- und Infektionsschutzstandards zu beachten.
(6) Sportfeste und ähnliche Sportveranstaltungen sind bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt.
[...]

§ 10
Freizeit- und Vergnügungsstätten

[...]
(6) Mehrere Personen dürfen außerhalb sportlicher Betätigungen, für die § 9 gilt, in Vereinen, Sportvereinen, sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen nur unter den in § 1 Absatz 2 genannten Voraussetzungen zusammentreffen. Die in Satz 1 genannten Einrichtungen dürfen Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Versammlungen nach § 13 Absatz 3 unter den dort genannten Voraussetzungen zur Verfügung stellen.
[...]

§ 13
Veranstaltungen und Versammlungen

(1) Für Veranstaltungen und Versammlungen, die nicht unter die vorstehenden Regelungen
fallen, gilt:
1. Großveranstaltungen im Sinne von Absatz 2 sind bis mindestens zum 31. August 2020 untersagt.
2. Alle anderen Veranstaltungen und Versammlungen sind bis auf weiteres untersagt. Die
nach dem Landesrecht für Schutzmaßnahmen nach § 28 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes
zuständigen Behörden können solche Veranstaltungen und Versammlungen, wenn
sie nach dem Außerkrafttreten dieser Verordnung und bis zum 31. August 2020 stattfinden
sollen, bereits jetzt verbieten, wenn feststeht, dass bei Durchführung der Veranstaltung oder
Versammlung die für den Infektionsschutz der Bevölkerung notwendigen Vorkehrungen
nicht eingehalten werden können.
(2) Großveranstaltungen im Sinne von Absatz 1 Nummer 1 sind in der Regel
1. Volksfeste nach § 60b der Gewerbeordnung,
2. Jahrmärkte nach § 68 der Gewerbeordnung sowie Kirmesveranstaltungen,
3. Stadt-, Dorf- und Straßenfeste,
4. Schützenfeste,
5. Weinfeste,
6. ähnliche Festveranstaltungen.
(3) Abweichend von Absatz 1 Nummer 2 Satz 1 zulässig sind
[...]
2. Sitzungen von rechtlich vorgesehenen Gremien öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Institutionen, Gesellschaften, Gemeinschaften, Parteien oder Vereine. Dabei sind geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern (auch in Warteschlangen) zwischen Personen, die nicht zu den in § 1 Absatz 2 genannten Gruppen (Familien, zwei häusliche Gemeinschaften
usw.) gehören, sicherzustellen.
[...]

§ 19
Inkrafttreten, Außerkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 11. Mai 2020 in Kraft und mit Ablauf des 5. Juni 2020 außer Kraft.