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Kommunalwahl 2020 - Wir haben nachgefragt

Wir haben uns mit Susanne Cichos (FDP), David Fischer (GRÜNE), Malte Stuckmann (CDU) und Karin Welge (SPD) getroffen. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie wollen Oberbürgermeisterin bzw. Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und damit die Nachfolge von Frank Baranowski (SPD) antreten.

Wir wollten natürlich wissen, wie sie die Zukunft des Sports sehen und was sie für den Sport in Gelsenkirchen tun möchten.

Hier geht es zu den Antworten auf unsere Fragen zu den Themen Sportvereine, Sportanlagen, Sportentwicklung und Gelsensport als Dachorganisation des organisierten Sports in Gelsenkirchen:

Unsere Pressemitteilung findet ihr unten als Download.

 

Als Stadtsportbund sind wir die sportartübergreifende Interessenvertretung der Gelsenkirchener Sportvereine. Gleichzeitig sind wir wichtiger und zuverlässiger Partner der Stadt Gelsenkirchen im Bereich Sportverwaltung und Sportentwicklung. Die aus unserer Sicht wichtigsten Themen und Forderungen zur Zukunftsfähigkeits des Sports in unserer Stadt sind:

1. Bekenntnis zum „Gelsenkirchener Modell“.

Grundlage für eine zukunftsfähige Sportentwicklung bleibt das „Gelsenkirchener Modell“ und die damit verbundenen vertraglichen Regelungen mit der Stadt Gelsenkirchen. Gelsensport – als Sportselbstverwaltung – verantwortet seit 1994 die wesentlichen Aufgaben der kommunalen Sportverwaltung. Die Mitarbeiter:innen der kommunalen Sportverwaltung sind dem Direktionsrecht des Geschäftsführers von Gelsensport unterstellt. Dieses Vertragsverhältnis bleibt auch zukünftig bestehen. Dadurch bleiben die Gelsenkirchener Sportvereine frei von Betriebskostenzuschüssen und die Stadt Gelsenkirchen generiert erhebliche Einsparungen.

2. Anerkennung von Gelsensport als eigenständige und unabhängige Organisation.

Gelsensport ist die Gemeinschaft und Interessenvertretung der Sportvereine in der Stadt Gelsenkirchen. Als Mitglied des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen e.V. (nachfolgend: LSB NRW) erkennt er dessen Satzung an und fördert die Zielsetzungen des LSB NRW im Rahmen seiner örtlichen Zuständigkeit. Gelsensport ist parteipolitisch neutral und vertritt den Grundsatz religiöser, weltanschaulicher und ethnischer Rücksichtnahme, Respektierung und Toleranz. Der Verband fördert die Chancengleichheit von Menschen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, Behinderung, sozialem Stand oder sexueller Identität. Er setzt sich für die Integration von Zugewanderten sowie die Ächtung und Verhinderung von Rassismus, Hass und Gewalt ein. Er verurteilt jegliche Form von Gewalt, unabhängig davon, ob sie körperlicher, seelischer oder sexualisierter Art ist. Dabei leistet Gelsensport einen wichtigen Beitrag zum Allgemeinwohl und ist wichtiger Partner der Daseinsfürsorge für die Stadt Gelsenkirchen. Mit Programmen wie z.B. „Gelsenkirchen bewegt seine Kinder“, „Sport im Park“, „Integration durch Sport“, die Zusammenarbeit zur Integration von Geflüchteten oder Zuwanderern aus EU-Südost sowie die Kooperation im Bereich des sozialen Arbeitsmarktes, insbesondere aber auch mit dem Vereinssport, fördert Gelsensport den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Teilhabe, das gesunde Aufwachsen von Kindern, die Gesundheitsförderung der Bevölkerung, aber auch das ehrenamtliche Engagement.

3. Anpassung der Sportförderung.

Durch die genannte vertragliche Konstruktion wird der Vereinssport grundlegend finanziell gesichert. Die im Haushalt der Stadt Gelsenkirchen eingestellten Sportfördermittel bleiben erhalten und werden aufgrund der wachsenden Aufgabenvielfalt in den nächsten Jahren angepasst, um die Planungs- und Handlungssicherheit von Sportvereinen und Gelsensport zu gewährleisten. Unter sozialen Gesichtspunkten kann somit der Mitgliedsbeitrag der Sportvereine für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleiben. Unter dem Aspekt der Anpassung des Sports angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen ist gleichwohl die Überarbeitung des Sportförderplans notwendig.

4. Sicherung und Modernisierung der Sportinfrastruktur für Sportvereine.

Der Vereinssport braucht adäquate Sporträume, die den derzeitigen Anforderungen der Sportnutzer:innen entsprechen, um seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten zu können. Hinzu kommen Faktoren der Umweltgerechtigkeit/ Nachhaltigkeit sowie Barrierefreiheit, die eine Modernisierung der sportlichen Infrastruktur in Gelsenkirchen notwendig machen. Für die Sicherung des Schwimmsports sowie des Schwimmenlernens geht Gelsensport davon aus, dass die bisherigen Zusagen der politischen Fraktionen in der Diskussion um die Bäderlandschaft weiterhin Bestand haben. Für die Sicherung und Modernisierung der Infrastruktur ist zudem der sportliche Strukturwandel hin zum informellen Sport zu berücksichtigen.

5. Unterstützung arbeitsmarktpolitischer Programme im Sport.

Gelsensport wird sich weiterhin intensiv an arbeitsmarktpolitischen Programmen beteiligen. Menschen, die nur schwer in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren sind, erhalten bei Gelsensport die Chance auf einen Wiedereinstieg in das Arbeitsleben. Mit diesem wichtigen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Beitrag, geht Gelsensport weiterhin von der finanziellen Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen aus.

6. Vereinsentwicklung fördern.

Die Sportvereine stehen angesichts schnelllebiger, turbulenter Umwelten vor zunehmend komplexen Anforderungen und einem hohen Anpassungsdruck. Sportvereinsentwicklung wird zu einer immer wichtiger werdenden Aufgabe. Hier sind nicht nur Interessensvertretung und Kommune, sondern auch Politik gefordert, die notwendige Unterstützung in Form von finanzieller Entlastung als auch Entbürokratisierung zu leisten.

7. Sportentwicklung durch Digitalisierung optimieren.

Digitalisierung betrifft auch Sportentwicklung. Mediatisierte Lebenswelten spielen zunehmend auch im Sport eine Rolle. Ob digitaler Sport, Zielgruppenansprache oder Vereinfachung von Verwaltungsprozessen: die Digitalisierung hat auch den Sport erreicht. Als Teil der Verwaltung und Interessensvertretung der Vereine muss der Sport in die Digitalisierungsprozesse der Stadt eingebunden werden.

8. Die Sportentwicklungsplanung ist als konzeptioneller Teil in die Stadtentwicklung integriert.

Bewegungs-, Spiel- und Sporträume sind Begegnungsorte in den Quartieren und tragen sowohl zur sozialen Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt als auch zur Aufwertung der Wohn- und Aufenthaltsqualität bei. Da attraktive, sichere und wohnortnahe Bewegungsräume das Bewegungsverhalten in Freizeit und Alltag determinieren, sind sie auch ein wichtiger Faktor der Prävention. Demnach muss Sportentwicklung als Teilplan in ein Stadtentwicklungskonzept integriert werden. Gerade vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Betrachtung des Sports mit seinen informellen Ausprägungen und einer entsprechenden veränderten Sportraumnutzung im öffentlichen Raum ist eine Beteiligung des Sports in Leitbilddiskussionen oder bei der Erstellung von Bebauungsplänen zu berücksichtigen.

9. Integrierte Sportentwicklungsplanung als dynamische Fortschreibung.

Im Gegensatz zu einem punktuell erstellten Sportentwicklungsplan, präferiert Gelsensport eine integrierte Sportentwicklungsplanung, die auf der Basis des Strategiepapiers „Zur Zukunftsfähigkeit des Sports in der Gelsenkirchener Stadtgesellschaft – Strategische Überlegungen zur Sportentwicklung“ (2016) und des „Sportentwicklungsplans der Deutschen Sporthochschule Köln“ (2015) weiterentwickelt wird und als dynamisches Konzept zu verstehen ist. Sie setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen, die eine breite Datengrundlage für eine ganzheitliche Sportentwicklung bilden. Ein Baustein ist der Bewegungsraumleitplan, der, verknüpft mit Sozialraumdaten, als ein wichtiger Teilaspekt einer präventiv orientierten Planung und Steuerung der Sport- und Bewegungsräume und für die Analyse eines bewegungsfördernden Quartiers dient. Neben den Sportanlagen sollen dabei Spiel-, Sport- und Bewegungsräume im öffentlichen Raum und das nicht-organisierte Sport- und Bewegungsverhalten im Alltag in den Fokus genommen werden.